Nach dem spontanen Zwischenstopp in Thüringen geht es nun weiter zur Nummer 3 auf der eigentlichen Auslosungs-Liste, und damit führt mich der Weg jetzt nach Brandenburg.
Fürstenberg an der Havel wurde etwa zur Wende des 13./14. Jahrhunderts erstmals urkundlich als Stadt erwähnt, ungefähr zu jener Zeit ließen die Markgrafen von Brandenburg an dieser Stelle eine Burg errichten.
Über 700 Jahre später ist, inzwischen malerisch an einem Lidl-Parkplatz gelegen, ein kleiner Rest dieses Bauwerks immer noch zu sehen.
Wenn man einem am Absperrzaun angebrachten Schild glauben darf, dann könnten sich Umfang und Zustand der alten Burg zukünftig wieder verbessern, denn hier sind offenbar Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten geplant. Allerdings weiß ich nicht, wie lange das Schild dort schon hängt.
Biber oder Holzfäller?
Biss- oder Axtspuren?
Man weiß es nicht genau.
Hauptsache, es hängt nicht hiermit zusammen:
Den Beinamen "Wasserstadt" trägt Fürstenberg übrigens nicht von ungefähr, denn die Stadt liegt nicht nur an der Havel, sondern ist darüber hinaus auch von zahlreichen kleinen und größeren Seen umgeben. Das führt dazu, dass wir hier eine wunderbare Wasserlandschaft haben, die erstens schön aussieht und zweitens zu allerlei sportlichen Aktivitäten einlädt. Zumindest im Sommer.
Zurück im ... ähm ... Zentrum, führt der Weg vorbei am Fürstenberger Stadtschloss.
Der dazugehörige Park hingegen sieht auch ohne Blütenpracht schon sehr hübsch aus und ist - wie könnte es anders sein - passend an einem (sehr großen) See gelegen.
Den Musikpavillon gibt es dort übrigens schon seit über 100 Jahren.
Das WLAN kam erst etwas später dazu.
Neben so viel Schönheit und Entspannung gibt es aber auch ein furchtbar dunkles Kapitel in Fürstenbergs Geschichte. Genau am gegenüberliegenden Ufer des besagten Sees entstand nämlich ab 1939 das Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück.
Ursprünglich für 1.500 Inhaftierte geplant und in der Folge mehrfach erweitert, waren in den letzten Kriegsmonaten mindestens 40.000 Menschen auf engstem Raum und unter unvorstellbaren Bedingungen zusammengepfercht. Tausende von ihnen starben an Unterernährung, Entkräftung oder Seuchen, etliche wurden erschossen oder am Ende auch vergast.
Da das Gelände nach dem Krieg noch jahrzehntelang vom sowjetischen Militär als Stützpunkt genutzt und gründlich umgebaut wurde, ist es schwierig, sich das ursprüngliche Aussehen des Lagers vorzustellen. So stehen beispielsweise die Baracken, in denen die Gefangenen hausen mussten, nicht mehr und sind nur noch (teilweise) durch Vertiefungen im Boden angedeutet.
Man sollte sich aber die Zeit nehmen, die im Haupt-Ausstellungsgebäude - der ehemaligen Lager-Kommandantur - reichlich vorhandenen Schautafeln, Tondokumente, Ausstellungsstücke, Texte und Zeichnungen ausgiebig anzusehen.
Wie ich überhaupt finde, dass man - so furchtbar es auch ist - eine solche Gedenkstätte mindestens einmal im Leben besucht haben sollte.
Beim abendlichen Internet - Doomscrolling stoße ich zufällig auf ein aktuelles Foto aus diesen Tagen, und ich muss direkt an einen Satz denken, den ich da heute auf einer Schaukasten - Zeittafel gelesen habe. Also: diese beiden Bilder habe ich am selben Tag gesehen:
Tja.
Damit reicht es für heute. Morgen ist ein neuer Tag und dann geht die Reise weiter. Jetzt aber heißt es erstmal ausruhen und abschalten.