Paul O. Williams

Die Enden des Kreises (Pelbar 2)

"The Ends of the Circle"

 

1981

 

 

 

 

  

 

Übersetzung: Irene Holicki

Cross Cult

330 Seiten



 

Kleiner Hinweis vorab: Die Besprechung zu Teil 1 des "Pelbar"-Zyklus findet sich HIER.

 

 

Noch im gleichen Jahr, in dem der Auftaktband "Die Zitadelle von Nordwall" erschien, veröffentlichte Paul O. Williams bereits den Nachfolger "Die Enden des Kreises". Es sollten noch fünf weitere folgen.

Die Handlung setzt kurz nach den Ereignissen des ersten Buchs ein, aber dennoch handelt es sich inhaltlich nicht um eine direkte Fortsetzung. Es wird immer wieder auf Jestaks Erlebnisse und deren Folgen Bezug genommen, doch hier wird nun eine andere Geschichte erzählt, bei der andere Personen im Mittelpunkt stehen.

 

Gewisse Ähnlichkeiten im Handlungsablauf zu "Die Zitadelle von Nordwall" bestehen durchaus: Auch im zweiten Teil geht es wieder um (diesmal zwei) Protagonisten, die sich von ihrem gewohnten heimatlichen Umfeld mit seinen strengen Regeln lösen und in die Welt hinausziehen. Und die ist – wir erinnern uns: 1000 Jahre nach einem verheerenden Atomkrieg – sowohl sehr fremdartig als auch hochinteressant beschrieben.

Immer wieder kommt es zu Kontakten mit anderen Gruppen bzw. Stämmen, die hinsichtlich ihrer jeweiligen Kultur, Lebensweise, Religion, Entwicklungs- und Wissensstände sehr verschieden sind. Genau das macht den Reiz dieser Bücher aus.

 

Auch finden sich natürlich regelmäßig Hinterlassenschaften der „früheren Welt“ (also der des zwanzigsten Jahrhunderts), was stets Unverständnis und/oder Bewunderung auslöst; auch das ist sehr amüsant zu lesen. Etwas irritierend ist lediglich, wie "leer" die hier beschriebene Welt ist. Also ganz ehrlich: da müssten doch eigentlich auch nach 1000 Jahren noch wesentlich mehr Überreste der früheren Zivilisation zu finden sein. Aber sei's drum, das lässt sich leicht verschmerzen.

 

Was bleibt, ist wieder eine fantasievolle Entdeckungsreise durch einen fremd gewordenen nordamerikanischen Kontinent, bei der es sowohl für die beteiligten Figuren als auch für die Leserschaft viel zu erleben, zu staunen, zu durchleiden und zu lernen gibt - über die Welt und insbesondere über die Menschen. Das ist originell, interessant und teilweise auch erschreckend, macht aber - sofern man es nicht selbst durchleben muss - jede Menge Spaß.

 

 

 


Paul O. Williams

Die Enden des Kreises (Pelbar 2)

Eine sf-Lit Rezension von 2025